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Dieser
kleine Brunnen mit der originellen Figurengruppe bildet den Abschluss
der Wegscheid an der Einmündung in die Untere Landstraße.
Es gab in Krems durch viele Jahrhunderte eine Simonsbruderschaft, die um 1529
entstanden ist.
Sie hielt sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, hatte einen Vorstand, hielt
Tagungen ab und stellte Urkunden, die sogenannten Simandlbriefe aus. Am Simonitag,
das ist der 28. Oktober, hielt die Bruderschaft ihren Jahrestag ab. Die Hauptbestätigung
dieser „Simonibrüder“, einer reinen Männerrunde, war der
fröhliche, wöchentliche Umtrunk, der von ihren Gattinnen nicht gerne
gesehen wurde. Letztere verweigerten daher manchmal ihren Männern den Haustorschlüssel,
was zu Szenen wie jene, die auf dem Simandlbrunnen dargestellt sind, geführt
haben soll. Die Plastik wurde 1929 vom Wiener Bildhauer Franz Zelesny geschaffen.
Mag nun sein, dass das Gehaben der Bruderschaft ins Spaßhafte, Spöttische
oder Liederliche abgeglitten ist, es tauchen Vermutungen auf, dass das Entstehen
dieser Vereinigung in einer alten, vielleicht sogar heidnischen Männerweihe
zu suchen ist. In diesem Zusammenhang gibt es noch eine weitere Legende: Danach
soll ein Kremser Bürger namens Simon Handl häufig von seinem Weib verprügelt
worden sein, so dass sich schließlich der ehrwürdige Rat der Stadt
mit dem Fall beschäftigen musste.
Wie es heißt, soll man besonders dem Simon Handl, aber auch den anderen
Männern nahegelegt haben, ihren Frauen reiche Geschenke vom Simonimarkt
mitzubringen, um Sie milde zu stimmen. Aus Simon Handl und Simoni scheint sich
dann das Simandl, die traurige Gestalt des Pantoffelhelden, entwickelt zu haben.
So wie es unerquicklich ist, wenn sie der Mann und er das Weib ist, so gibt der
Brunnen die meiste Zeit kein Wasser.
Quelle: Rupert Schweiger: Zauber der Architektur, Doppelstadt Krems-Stein und
Mautern.
Baugeschichtliche Betrachtungen und Wanderwege durch die Altstadt.
St.Pölten, Wien 1993, S130f. |
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